Seit über einem Jahrzehnt sind bridge und Flexperto die größten Anbieter einer digitalen Beratungsplattform. Beratende für Versicherungs- und Finanzdienstleistungen finden in beiden Anwendungen ideale Bedingungen, um ihre Kunden möglichst interaktiv und nachhaltig beeindruckend zu beraten. In diesem Vergleich zeigen wir Gemeinsamkeiten und nennenswerte Unterschiede auf – aus der Beraterperspektive, so neutral wie möglich.
Eröffnung und Einwahl
Beide Anwendungen erlauben die direkte Eröffnung eines Beratungsraums mit nur wenigen Klicks. Bei Flexperto geht dies etwas schneller, da nur eine E-Mail des Kunden notwendig ist, um direkt in die Beratung zu starten. bridge verlangt im Vorfeld grundsätzlich einen Kundennamen, um Beratungsinhalte zuordnen zu können. Dafür ist eine Einwahl durch den Kunden auch ohne E-Mail möglich.
In beiden Anwendungen können jeweils mehrere Personen eingeladen werden – oder wie bei bridge per sechsstelligem Code direkt beitreten.
Funktionen im Gespräch
Sowohl bridge als auch Flexperto bieten eine Videofunktion sowie das Teilen des eigenen Bildschirms (Screensharing) für alle Teilnehmenden in vergleichbarem Umfang. Die digitale Unterschrift wird in beiden Anwendungen via InSign realisiert. Kunden und Vermittelnde können so vor, während und nach der Beratung ein Dokument rechtsgültig digital signieren. Bei bridge erscheinen die geleisteten Unterschriften direkt auf dem Dokument, sodass Kunden unmittelbar sehen, was sie gerade unterzeichnen.
In beiden Anwendungen ist Co-Browsing optional verfügbar – die gemeinsame Betrachtung, Nutzung und Befüllung einer Website. Nach dem Gespräch können Kunden in beiden Systemen die Beratung bewerten.
Flexperto
- Whiteboard für alle Teilnehmenden (Zeichnen, Schreiben, Dokument-Upload)
- Schnellerer Einstieg (nur E-Mail erforderlich)
- Bewertung via Zahlen oder geschlossenen Fragen
bridge
- Live-PDF-Betrachter mit interaktiven Feldern, optimiert für Mobilgeräte
- Zeichenfunktion direkt in der Präsentation, für alle Teilnehmenden freigebbar
- Einwahl per 6-stelligem Code auch ohne E-Mail
- Bewertung mit bis zu 5 Sternen und optionalem Kommentar
Dokumentation
Nach abgeschlossener Beratung bieten beide Anwendungen eine Gesprächsaufzeichnung. In den Hilfetexten von Flexperto ist aktuell zu lesen, dass die Aufzeichnung 7 Tage verfügbar ist und nicht dem MiFID-II-Standard entspricht. Eine Verknüpfung mit einem MiFID-Konto war zum Zeitpunkt des Tests nicht auffindbar.
bridge bietet MiFID-II-kompatible Aufzeichnungen sowie Audiotranskripte. Grundsätzlich wird jede abgeschlossene bridge-Beratung automatisch dokumentiert und als PDF für Kunden und Berater – bei Bedarf auch für den übergeordneten Vertrieb – bereitgestellt. Eine beidseitige Signatur aller Gesprächsinhalte, gezeigten Elemente und des Screensharings ermöglicht eine rechtssichere Dokumentation, die über Jahre nachvollziehbar bleibt.
Während Flexperto sich seit vielen Jahren auf die Terminbuchungsfunktion fokussiert hat, bietet bridge diese erst seit Kurzem in vergleichbarem Umfang. Das Hauptaugenmerk von bridge lag stets auf den interaktiven Sales Stories sowie der Basis-Finanzanalyse nach DIN 77230, die optional verfügbar ist.
Preis
bridge kostet in der Premiumversion aktuell 99 € pro Monat (zzgl. MwSt.) mit monatlicher Kündigungsoption. Flexperto ist bei gleichen Bedingungen für 65,45 € erhältlich. In Anbetracht der beschriebenen Unterschiede lässt sich von einem vergleichbaren Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen – wer alle Funktionen nutzt, bekommt mit bridge deutlich mehr geboten. Für Enterprise-Accounts sind bei beiden Unternehmen individuelle Preisabsprachen möglich.